Eulenzunft Rohrdorf e.V.

Die Rohrdorfer Nachteule

Bei der Gründungsversammlung im Jahre 1953 wurden verschiedene Namen für die Zunft vorgeschlagen. Der Vorschlag des Ernst Löhle, die Zunft "Rohrdorfer Nachteulen" zu taufen, wurde vom Elferrat für gut befunden und  angenommen. Diese Namensbenennung hat folgende historische Bedeutung :
In uralter Zeit, als im Brühl und Unterdorf noch sumpfiger Boden, mit Schilf bewachsen, zu finden war, lebten und nisteten einst die Sumpfohreulen. 

Nachdem der Boden urbar gemacht worden war, sind sie aus ihren Brutstätten verschwunden. An ihrer Stelle verbreitete sich  die Schleiereulen, im Volksmund  “Nachteulen”  genannt. Diese Eule wurde zum Symbol der Narrenzunft auserwählt. Sie lebt  und niestet heute noch hinter den Felsen und im alten Gemäuer der Ruine Benzenburg. Im allgemeinen ist die Eule das Zeichen  der Weisheit und als "EX libris" in Büchern zu sehen. Sie wird auch Hexen- und Teufelsvogel genannt.
Die ersten Eulenmasken wurden im Jahr 1955 von Karl Bösch und Willibald Mayer aus Papiermache angefertigt. Das Kostüm wurde nach einem Entwurf von Bruno Steidle, Sohn des Hautlehrers Leopold Steidle, und von den damaligen  Zunftschneiderinnen Pia Netzer und Gerda Hellstern gefertigt. Alles was an den Kostümen zu stricken war, wurde von Josefine  Bösch gemacht. Das eigentliche Kostüm besteht aus ca.2000 Plätzchen in den Farben grün, braun und gelb. Dazu gehören gelbe Kniestrümpfe und eine braune Rüsche, die den Übergang vom Kostüm zur Maske bildet.
Die ersten Holzmasken wurden von Bildhauer Erwin Kleiner aus Meßkirch, und ab 1961 von Karl Kretz gefertigt.
Mittlerweile existieren 85 Eulenkostüme, von denen 65 Stück in privatem Besitz sind.